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Tag: Berge
Nichts-Tun-Tour 2011

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals einen Urlaub gemacht zu haben, in dem ich so wenig getan habe wie auf der Nichts-Tun-Tour 2011. Los ging es am Samstag, 10. September 2011, um 13:06 Uhr. Bei tollstem Sonnenschein bin ich bis zur Raststätte Pegnitz gekommen. Um kurz nach halb neun kurbelte ich die Stützen vom T@B runter, machte einen kleinen Spaziergang mit Elvis und verschwand im Bett. Am nächsten Morgen rollten die Räder des T@Bs um 8:45 Uhr an. Eine längere Pause legte ich in Südtirol ein, ging wieder mit Elvis spazieren und unterhielt mich lange mit einem LKW-Fahrer, der das Wochenende auf dem kleinen Parkplatz verbringen musste. Dann ging es weiter bis zu dem großen Rastplatz an der A22 kurz vor Modena. Am Montag Morgen wurde ich wach, weil ein paar Laster neben mir ihre Motoren starteten. Also kletterte ich aus meinem Wohnwagen, machte alles startklar und fuhr um 7:45 Uhr los, um die letzten Kilometer hinter mich zu bringen. Mein Ziel: Der Campingplatz "Le Esperidi" in Marina di Bibbona. Als ich dort um 11:25 Uhr ankam, hatte der T@B 1478 Kilometer mehr auf dem Buckel.
Meine Hoffnung auf schönes Wetter hat sich jedenfalls mehr als erfüllt. Selbst die Italiener staunten darüber, dass es im September noch so heiß war. Natürlich hatte ich öfter darüber nachgedacht, ob es geschickt gewesen war, nicht nach Polen zu fahren. Aber jeden Morgen, wenn ich barfuß, in kurzer Hose und im T-Shirt an meinem Frühstückstisch saß, immer, wenn ich mit Elvis am Strand spazieren ging und immer, wenn ich selber am Strand lag und die Füße ins Meer hielt, war ich mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Außerdem hatte ich in diesem Urlaub ausgesprochen nette Nachbarn aus Süddeutschland, mit denen ich ab und zu ein Gläschen Wein trank und auch sonst viel Spaß hatte.
Am Sonntag Nachmittag passierte dann das erste Aufregende. Ein Unwetter zog heran. Ich stand am Strand und sah, wie zwei große Wirbelstürme über dem Meer standen und langsam Richtung Land zogen. Leider war ich nicht schnell genug, um zurück zu meinem Stellplatz und dann wieder zum Strand zu laufen, um die Kamera zu holen. Als ich dort wieder ankam, waren nur noch die Reste der Windhosen zu sehen. Beim Anblick dieser Stürme wurde mir aber wieder einmal klar, wie klein und unwichtig wir Menschen doch sind.
Am Abend hat es dann heftig geregnet und gewittert. Am Montag war das Wetter erst einmal wieder prima. Doch am Abend, als ich eigentlich mit den Nachbarn nach Pisa fahren wollte, zog wieder ein Gewitter auf. Wir verschoben unseren Ausflug auf den Dienstag. Am frühen Abend fuhren wir erst nach Livorno, um ein wenig die Aussicht von den beeindruckenden Klippen zu genießen, dann nach Pisa zum Ipercoop. Anschließend suchten wir eine kleine Pizzeria. Beinahe wäre ich mit dem CR-V eine Treppe hinuntergefahren - sah es doch vom Fahrersitz tatsächlich so aus, als wenn dort ein Weg wäre. In der Pizzeria habe ich gelernt, dass auf Pizzen, die in ihrem Namen das Wort "Bianco" tragen, keine Tomatensoße ist. Nicht wirklich schlimm, aber auch nicht so, dass ich solch eine Pizza noch einmal bräuchte in meinem Leben.
Und jetzt war der Urlaub auch schon wieder so gut wie vorbei. Noch zwei Tage verbrachte ich mehr oder weniger am Strand, kaufte noch ein paar Liter Wein und fing am Donnerstag Nachmittag an, meinen Kram zu packen. Das Sonnensegel verschwand im T@B, Tisch und Stuhl kamen in den Honda. 192,50 Euro habe ich für den Campingplatz bezahl. Kein Schnäppchen, aber für Italien auch nicht wirklich teuer. Am Freitag, um Punkt 10:00 Uhr, verließ ich den Campingplatz und ließ die Räder des T@Bs fleißig rollen. Wieder habe ich es bis zur Raststätte Pegnitz geschafft - 997 Kilometer an einem Tag. 13 1/2 Stunden war ich dafür unterwegs - kaum Pausen, viel Langeweile. Ich bin die Strecke schon zu oft gefahren, um den Rückweg noch wirklich interessant zu finden.
Die letzte Nacht habe ich mies geschlafen - mir war kalt. Um kurz nach 5 Uhr wurde ich wach und beschloss, die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Um viertel vor sechs fuhr ich los, um dann um Punkt 13:00 Uhr zu Hause anzukommen.
Matthias 27.09.2011, 09.20 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL













