tabyou





das TABYOU Archiv
2011
2010
2009
2008
2007


das TABYOU Wetter


Wetter Celle


RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3

Ausgewählter Beitrag

Kultur-Tour 2010



Am 3. Juni um 15:45 Uhr habe ich mich auf den Weg gemacht, nachdem ich bei mir um die Ecke noch schnell bei Lidl die wichtigsten Lebensmittel eingekauft hatte. Kaum war ich auf der Autobahn A37 angekommen, geriet die Fahrt auch schon ins Stocken. Die Auffahrt auf die A7 Richtung am Autobahnkreuz Kirchhorst war gesperrt und ich blieb bis zum Autobahndreieck Hannover Süd auf der A37. Dumm nur, dass ich dort erst einmal 8 Kilometer Stau hatte. Dann aber ging es zügig weiter. In Göttingen verließ ich die AB 7, fuhr in aller Ruhe durch die Stadt und dann weiter nach Bornhagen, um meine erste Pause einzulegen. Elvis rannte durch die Felder und fing Mäuse, ich trank eine Tasse Kaffee. Als ich mich nach einer halben Stunde wieder auf den Weg machte, hatte ich allerdings keine große Lust mehr, weit zu fahren. Um 22:00 Uhr war der Tag für mich dann auch beendet. Ich stand an einem ruhigen Fleck und ging schlafen (9° 59' 43'' E, 51° 0' 2'' N). Einzig die Kupplung des CR-V hatte zu leiden gehabt, da ich 50 Meter rückwärts einen Hügel hochgefahren war . Sie dankte es mir, indem sie fies stank und dieses Experiment auch noch nach ein paar Tagen im Auto zu riechen war.


2010-kultur001-klein.jpg   2010-kultur002-klein.jpg  


Am nächsten Morgen hat mich die Sonne um 6:20 Uhr geweckt. Schnell eine Tasse Kaffee, dann Morgentoilette, anschließend eine große Runde mit Elvis durch die wunderschöne Gegend. Um 7:50 Uhr warf ich den Motor des Honda an und kam nach 249 Kilometern auf dem Campingplatz "Insel" in Bamberg / Bug um 11:45 Uhr an. Von dem Platz hatte ich etwas mehr erwartet. Vielleicht aber hatte ich auch nur Pech gehabt. Zu dem langen Wochenende in Bayern kam geniales Sommerwetter. Entsprechend voll war es dort und solche Ruhe wie in der Nach davor bekommt man nur selten. Aber ich wollte ja eh nur zwei Nächte dort bleiben, um mir im E.T.A. Hoffmann-Theater "Spiel's nochmal, Sam" anzuschauen.


In Bamberg musste ich mir übrigens am Samstag Nachmittag noch schnell zwei kurze Hosen kaufen. Auf solch eine Hitze war ich nicht vorbereitet und die einzige kurze Hose, die ich eingepackt hatte, hatte ich bereits am ersten Nachmittag eingesaut. Abgesehen davon hätte ich meinen Plan, nach Bamberg zu fahren, beinahe ganz über den Haufen geworfen, als ich im Radio hörte, dass die NPD ihren Bundesparteitag in der Stadt abhalten würde. Erst als ich von den Protesten der Politik und der Bürgerinnen und Bürger hörte, beschloss ich, mein ursprüngliches Ziel doch anzufahren.


   2010-kultur005-klein.jpg  


Am Sonntag, den 6. Juni 2010, habe ich den Platz in Bamberg verlassen, nachdem ich 32,80 Euro für zwei Nächte bezahlt hatte. Noch allerdings wusste ich gar nicht, wohin ich fahren könnte. Deshalb besuchte ich erst einmal das Grab meiner Großtante in Bad Windsheim. Dort fiel dann auch der Entschluss, für ein paar Tage ins Allgäu zu fahren. Es war noch früher Nachmittag und ich hatte jede Menge Zeit, wollte ich doch auf keinen Fall schon an diesem Tag auf einem Campingplatz ankommen. Also fuhr ich fast die gesamte Strecke neben der Autobahn, machte eine lange Pause in der Nähe von Ellwangen, eine weiter südlich von Memmingen. Dann allerdings fuhr ich wieder auf die A7, um die Nacht auf dem Rastplatz "Allgäuer Tor" zu verbringen. Nicht nur die Berge, sondern auch dunkle Wolken waren zu sehen. Endlich kam etwas Abkühlung. Heute bin ich 324 Kilometer gefahren.


2010-kultur006-klein.jpg   2010-kultur007-klein.jpg  


Um 8:30 Uhr habe ich den Rastplatz verlassen und bin zum Campingplatz "Alpsee Camping" in Immenstadt / Bühl gefahren. Als ich dort um 9:40 Uhr, es waren nur noch 45 Kilometer zu fahren, ankam, hatte es bei 16° C geregnet. Aber schon am Nachmittag verschwanden die Wolken und es wurde wieder heiß. Der Platz besticht vor allem durch ein unglaublich nettes Personal. Und durche in super modernes Waschhaus, das kaum Wünsche offen lässt. Jedenfalls dann, wenn einem solche Einrichtungen wichtig sind. Einzig dass es keine "Stopp"-Taste an den Wasserhähnen gibt, hat mich ein wenig genervt. Habe ich doch so mehr Wasser verplemert, als nötig war. Was dem Platz noch fehlt, ist ein wenig Schatten. Ein paar Bäume wären durchaus zu empfehlen. Aber das alles schmälert meinen Eindruck nur geringfügig. Wie bereits geschrieben, sind die Menschen dort klasse, der Alpsee ist toll und es ist der letzte Platz, den man anfahren kann, wenn man nicht nur merkwürdige Touristen sehen möchte, die jeden Berg bestaunen, als wäre es der erste auf diesem Planeten und die der Meinung sind, jede noch so dämliche Tradition toll finden zu müssen, weil sie jetzt ja in den Alpen wären. Ich habe die Tage in Immenstadt genutzt, um etwas an meinem T@B zu bauen, ich war in Österreich und habe mir im "Testgeschäft" von Trigema einen tollen Pulli gekauft. Und natürlich bin ich ein wenig durch die Berge gewandert und habe mir dabei einen ordentlichen Sonnenbrand auf den Schultern geholt.


2010-kultur010-klein.jpg   2010-kultur011-klein.jpg  


Ich muss gestehen, dass es mir schwer fiel, am 10. Juni wieder aufzubrechen. Immerhin habe ich mich wirklich gerne mit R. und ihrer Mutter unterhalten. Aber mein finanzielles Budget gab keine weitere Nacht auf dem Platz mehr her. Um Punkt 12 Uhr rollten also die Räder des T@Bs wieder. In aller Ruhe fuhr ich an den Bodensee, obwohl der nun so gar nicht auf meinem Weg zur Rennstrecke in Hockenheim lag. Aber ich dachte mir, dass ein kleiner Abstecher nicht schaden würde, wenn ich doch schon einmal so weit im Süden der Republik wäre. In Kressborn stellte ich mich auf einen Parkplatz für Wohnmobile und Wohnwagen (eigentlich war das ein Bolzplatz, auf dem ein Parkscheinautomat stand), bezahlte 1 Euro und durfte dort dann bis 15:50 Uhr stehen bleiben. Am See war es windig, vielleicht sogar stürmisch. Jedenfalls waren die Wellen höher, als ich es erwartet hatte. Ich beobachtete ein tollkühnes Mädchen, das sich furchtlos vom Bootsanleger in den See stürzte, ging ein wenig spazieren und kaufte mir eine Räucherfelche, die ich, nachdem ich wieder bei meinem T@B war, gegessen habe. Bereits eine knappe Stunde, nachdem ich in Kressborn losgefahren war, legte ich eine nächste Pause ein (9° 59' 33'' E, 47° 48' 14'' N) ein. Elvis war darauf versessen, einen der vielen Hasen, die über die Felder rasten, zu fangen. Ich ließ ihn laufen, wusste ich doch, dass die Langohren schneller waren als er. Und bald gab er seine Bemühungen auf, während ich im Schatten saß und einen Kaffee trank. Am frühen Abend, ich trödelte durch die Schwäbische Alb, fiel mir auf, dass vor noch gar nicht allzulanger Zeit Schilder "Einfahrt verboten - Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei" in dieser Gegend unglaublich billig gewesen sein mussten. Kaum ein Weg, an dem solch ein Schild nicht stand. Es war noch immer drückend heiß, ich war müde, hatte keine Lust mehr zu fahren und langsam zeigte sich, dass es schwierig werden würde, einen geeigneten Platz zum Schlafen zu finden. Ich war ein wenig stinkig, war die Gegend doch durchaus schön. Also ließ ich die Berge hinter mir und kam erst hier (8° 53' 14'' E, 48° 50' 40'' N) zum Stehen und Schlafen. Wobei es natürlich nicht ganz so einfach war. Kaum war ich eingeschlafen - hinter den Bergen waren schon Blitze zu sehen, fing es an zu stürmen, Elvis wurde unnötig nervös und weckte mich. Es fielen aber nur ein paar Tropfen vom Himmel, das Gewitter zog in eine andere Richtung und Elvis und ich schliefen wieder ein.


2010-kultur013-klein.jpg   2010-kultur014-klein.jpg  


In der Nacht habe ich schlecht geschlafen. Das Heck des T@Bs stand viel höher als der Bug und ich hatte ständig das Gefühl, auf dem Bett zu rutschen. Um 9:30 Uhr verließ ich meinen Schlafplatz, es begann zu regnen, auf der Autobahn war eine riesige Baustelle und ich fühlte mich zerknautscht. Dazu kam dann noch, dass mir das Navigationsgerät einen gänzlich anderen Weg zeigte als die Schilder am Straßenrand. Trotzdem kam ich nach 113 Kilometern an der Rennstrecke in Hockenheim an. Für zwei Nächte musste ich auf dem Campingplatz 35 Euro bezahlen. Nicht gerade ein Schnäppchen. Dafür aber waren Strom und Duschen im Preis inbegriffen. Außer mir wolle kaum jemand das Rennen der Superstars sehen. Gerade einmal fünf Grüppchen hatten sich auf dem Campingplatz eingefunden. Ich hatte also genug Platz und Elvis konnte fast die ganze Zeit ohne Leine herumlaufen. Die Autobahn verläuft zwar direkt neben dem Zeltplatz, aber ein sicherer Zaun verhinderte, dass Elvis dort hinlaufen konnte. Die Rennen waren übrigens super und ich finde, dass ich ein paar nette Fotos geschossen habe. Warum das Interesse an dieser spektakulären Rennserie in Deutschland allerdings so gering ist, verstehe ich nicht. Schreien hier doch ständig irgendwelche Pseudomotorsportfans nach "richtigen" Tourenwagen. Die junge Frau auf dem Foto ist übrigens Michela Cerruti, die sich auf das Qualifying mit ihrem Mercedes C63 AMG vorbereitet. Und nein, ich verstehe nicht, weshalb sie dabei so grimmig aus ihrer feuerfesten Unterwäsche schaut.


Am Samstagmorgen hatte es übrigens tatsächlich so sehr geregnet, dass ein freies Training der GT-Sprint abgebrochen wurde. Aber auch danach wurde das Wetter wieder prima. Am Sonntag, gleich nachdem die Siegerehrung der Superstars beendet war, bin ich nach Hause gefahren. 481 Kilometer, zwei Pinkelpausen und einem McDonalds-Besuch später kam ich um 23:40 Uhr zu Hause an.


     


Hinweis: die Fotos werden in einem neuen Fenster größer angezeigt, wenn sie angeklickt werden!

Matthias 14.06.2010, 17.46

Kommentare hinzufügen











Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Christian

Hallo,

am 10. war definitiv Föhnsturm auf dem Bodensee, wir hatten einige Einsätze an dem Tag, auch mehrfach Seenot.
Vermutlich hast du Felchenfilet gekauft, ist ein klassischer Bodenseefisch.

Viele Grüße vom See
Christian

vom 17.06.2010, 10.31
Antwort von Matthias:

Hallo Christian!


Nee, kein Filet - ich hatte ich für einen ganzen Fisch entschieden. Dann bleibt nämlich noch immer etwas für den Hund übrig ;-). Und stimmt, es waren Flechen und keine Flechen. Habe es gerade im Beitrag geändert.


Liebe Grüße... Matthias