
10. Mai 2012
Miniatur-Tour
Ausgewählter Beitrag
Primavera 2011

Mit finsteren Gedanken erinnerte ich mich an meinen letzten Urlaub in Italien im Jahr 2009. Die Dachluke flog weg, mit der Hecktür meines CR-Vs fuhr ich gegen eine Laterne, die Elektronik meines Autos machte Probleme und zu allem Überfluss hatte ich erheblich mehr Regen als Sonnenschein. Entsprechend unruhig machte ich mich am 2. April auf den Weg gen Süden. Bereits hier in Celle schien die Sonne und das Thermometer zeigte 22°C im Schatten an, als ich um 13:33 Uhr den Motor startete.
In Melsungen fuhr ich von der Autobahn und legte eine etwas längere Kaffeepause ein. Eine weitere Pause am frühen Abend - mit einem mehr als bescheidenen Sonnenuntergang. Ich war enttäuscht. Dann wieder zurück auf die Autobahn A7, in Biebelried auf die A3. Nach 454 Kilometern verließ ich die Autobahn in Wiesentheid und suchte mir für die Nacht einen Stellplatz auf dem Autohof.
Die Fahrt am Samstag war kurz. Gerade einmal 90 Kilometer bis zum Campingplatz "Zur Mühle" in Zirndorf/Leichendorf . Mein Navi kannte die neue Umgehungsstraße noch nicht und irrte durch den Wald zum Platz. Dabei wäre es über die Hauptstraße wahrlich einfach gewesen.
Vom Campingplatz war ich nicht wirklich überzeugt. Viele Dauercamper, nicht wirklich saubere Waschhäuschen und wirklich alles auf diesem Platz dauerte lange. Aber egal, ich wollte ja nur eine Nacht bleiben. Nachdem der T@B auf seinem Platz stand, machte ich mir Weißwürstchen zum Frühstück. Danach fuhr ich nach Nürnberg, um Freunde zu besuchen.
Am 4. April wachte ich relativ früh auf, packte meine Sachen und ging mit Elvis eine Runde durch den Regen. Dann bezahlte ich und machte mich auf den Weg. Die A3 im Regen, die A9 im Regen. Um München herum bei Regen. Dann auf die A8 und schließlich auf die Inntalautobahn. Es regnete. Mal mehr, mal weniger. Eine letzte Pause in Deutschland. Runter von der Bahn, eine Vignette für Österreich gekauft und ab in den Wald. Ich sah mich schon, wie ich bei einem Bauern vorsprechen würde, weil ich meinen T@B nicht mehr von der Wiese bekommen würde. Aber alles lief gut. Eine Runde mit Elvis durch den Wald, dann Frühstück im Auto. Auf den Kaffee hatte ich verzichtet. Bei dem Wetter mochte ich den Honda nicht verlassen.
In Österreich war das Wetter nicht wirklich besser. Regen. Um 15:12 Uhr hatte ich die Einreise nach Italien hinter mir. Regen. Doch kaum war ich an Rovereto vorbei und der letzte Berg lag hinter mir, schien die Sonne. Schnell entschlossen verließ ich die A22 und fuhr an den Gardasee. Nach einem Spaziergang mit Elvis kaufte ich mir eine Pizza, die ich zusammen mit meinem Hund am Strand auf einer Bank aß. Dann wieder auf die Autobahn Richtung Süden. Herrjeh... die Parkplätze auf der A22 sind alle schrecklich klein und für mich gab es keinen Platz. Doch dann fiel mir ein, dass der letzte Platz auf dieser Autobahn, kurz vor Modena, riesig war. Also rollten die Räder des T@Bs an diesem Tag 732 Kilometer, bis ich auf diesem Rastplatz stand.
Am 5. April musste ich noch 247 Kilometer fahren, bis ich auf dem Campingplatz "Happy Camping" in Bellaria an der Adria ankam. Von 8:15 bis 10:30 Uhr musste ich dafür fahren. Und hätte es geklappt, die Maut mit meiner Kreditkarte zu bezahlen, wäre es sicherlich ein wenig schneller gegangen. Stattdessen aber musste ich warten, bis mir der Automat eine Rechnung ausstellte, die ich zwei Wochen später von zu Hause aus bezahlen durfte.
Der Campingplatz ist ok, auch wenn dort alles ein wenig kompliziert und das Personal nicht immer im Bilde ist. Auch für die Gegend muss man geboren sein. Ein Campingplatz, der nur zwischen Hotels liegt, ist nicht unbedingt mein Fall. Aber es war einer der wenigen Plätze, die zu dieser Zeit schon geöffnet hatten. Außerdem hat er einen direkten Zugang zum Strand. Und genau das wollte ich ja: An den Strand und in die Sonne. Und tatsächlich hatte ich bestes Wetter.
Viel gemacht hatte ich in den folgenden Tagen nicht. Einen Besuch im Freizeitpark "Italia in Miniatura" mochte ich mir jedoch nicht entgehen lassen. Vor knapp 20 Jahren war ich bereits einmal dort. Der Park hat sich durchaus zum Besseren verändert. Besonders gefallen hat mir die Gondelfahrt durch das nachbebaute Venedig.
Vier Tage später, am 9. April, hängte ich den T@B wieder an den CR-V und fuhr einmal quer durch das Land zum Campingplatz "Le Esperidi" in Marina di Bibbona. In den Bergen zeigte das Thermometer 29°C an. Auf soetwas war ich nicht vorbereitet.
Als ich nach 298 Kilometern den T@B wieder abgehängt hatte, stand er schnell auf seinem Platz, das Sonnensegel wurde aufgebaut und ich machte... nichts mehr. Naja, dolce fare niente eben. Lange Spaziergänge am Strand, in der Sonne dösen, mich über andere Camper wundern.
Die fünf Tage, die ich hier blieb, vergingen wie im Fluge. Als ich am Donnerstag aufwachte und sah, dass es mit dem tollen Wetter ein Ende hatte, ging alles recht fix. Die Sachen wurden gepackt, das Sonnendach abgebaut, der Platz bezahlt. Von 11:55 bis 22:20 Uhr fuhr ich Richtung Heimat. Teilweise regnete es tatsächlich. Nach 784 Kilometern stand ich auf der Raststätte "Vaterstetten". Doch bevor ich ins Bett konnte, musste ich die Heizung einschalten. In der Nacht gab es Frost.
Am Samstag stand der T@B nach 676 Kilometern um Punkt 15:15 Uhr wieder bei mir zu Hause vor der Tür.
Ein toller Urlaub.
Matthias 21.04.2011, 07.57
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