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Pfingsttour 2009
Eine Woche vor Pfingsten dachte ich noch, dass ich über die Feiertage arbeiten müsste. Doch dann änderte sich das und plötzlich hatte ich tatsächlich frei. Der Haken an der Sache war allerdings, dass ich am Freitag noch recht lange mein Geld verdienen musste. Und so konnten S. und ich nicht bereits am Abend, sondern erst am Samstag starten. Das Ziel war klar: Auf zum T@B-Treffen 2009 in Heimbach.
Hier sollte ich jetzt einen kleinen Schwenk in die Vergangenheit machen. Bereits im Herbst 2008 wurde im Forum beschlossen, dass das Treffen 2009 in Heimbach stattfinden würde. Und es sollte ein wahrlich großes Treffen werden. Mitglieder des Org-Teams sprachen von 70 T@Bs, die an Pfingsten anrollen würden. Denn diesmal kamen ja nicht nur die T@Bs aus Deutschland. Ganz offiziell wurden die Holländer eingeladen. Und da sie ein reisefreudiges Völkchen sind, würden mindestens 30 T@Bs dem Ruf folgen und über die Staatsgrenze kommen. Zusätzlich wurde ein umfangreiches Programm angekündigt: Eine Kanutour, gemeinsames Wandern, ein Besuch der Burg Hengebach mit zünftigem Rittermahl usw. Leider ließ sich der Mensch, der all das angekündigt hatte, nicht mehr im Forum sehen. Das Treffen würde jedoch trotzdem stattfinden. Auf das Unterhaltungsprogramm könne man schließlich auch verzichten.
Hatte ich im Winter noch laut verkündet, nicht am Treffen teilnehmen zu wollen, hatte sich meine Meinung nun doch geändert. Die Neugierde war größer als die Vernunft. Und so rollte mein T@B am Samstagvormittag ab 11:20 Uhr Richtung Heimbach. 388 Kilometer hätten es sein müssen. Es waren allerdings ein paar mehr, weil ich am Kamener Kreuz mal wieder nicht aufgepasst hatte. Dafür habe ich aber einen guten Grund: Ich war genervt, weil ich vor dem Kreuz im Stau gestanden hatte. Auf der A1 Richtung Süden war es dann zwar auch noch voll und ein paar Mal stand der T@B anstatt zu fahren, trotzdem kamen wir um 17:00 Uhr auf dem Campingplatz an. Die Begrüßung an der Rezeption war nicht unhöflich, aber auch nicht besonders einladend. 10 Euro Anzahlung, den Rest bei Abfahrt. Dann der Hinweis, dass ich nichts weiter tun müsse, als der Asphaltstraße 500 Meter folgen. Dort würden die anderen T@Bs stehen.
Der Campingplatz in Heimbach ist riesig. Und über Pfingsten ist er voll. Also vorbei an schier endlos erscheinenden Dauercampersiedlungen, dann ein kleiner Hügel, eine kleine Kurve. Der Blick auf die riesige Wiese erschütterte mich. Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte soweit das Auge reichte. Nur von den T@Bs war nichts zu sehen.

Vor den Waschhäuschen standen mehrere VW-Transporter. Hier trafen sich wohl die Bully-Fans. Ein großer Spielplatz, tobende Kinder, Fahrräder, Fußgänger. Langsam ließ ich meinen CR-V durch das Gewühl rollen. Dann plötzlich sah S. etwas rundes. Dort musste das T@B-Treffen sein. Also Endspurt im Schneckentempo, um niemanden zu gefährden. Die Begrüßung der T@B-Besitzerinnen und -Besitzer war herzlich: "Hallo Matthias! Nächstes Jahr Hosenfeld!". Ganz meine Meinung. Zwei Autos mussten weggefahren werden, damit S., Elvis, unser T@B und ich einen Platz in der Wagenburg bekommen konnten. Für drei weitere T@Bs hatte der Platz nicht mehr gereicht. Sie standen außerhalb der T@B-Burg.

Provisorisch stellten wir unseren T@B ab und ohne viele Worte zu verlieren waren S. und ich uns sicher, dass wir hier nicht lange bleiben würden. Was für ein Kontrast zu den letzten beiden Treffen. In Tschechien waren wir ohne Strom am Ende der Welt, in Hosenfeld hatten wir einen Platz ganz für uns allein. Und nun waren wir umzingelt von anderen Campern, von dröhnender Technomusik, die irgendwo vom anderen Ende des Platzes kam und von Silvesterböllern, die aus welchem Grunde auch immer die ersten fünf Monate des Jahres überstanden hatten.
Im letzten Jahr gab es noch Beschwerden darüber, dass in Hosenfeld für das warme Wasser an den Waschbecken extra bezahlt werden müsse. 20 Cent, die ich hier in Heimbach gerne investiert hätte. Denn aus den Wasserhähnen, die ich ausprobiert hatte, kam nur kaltes Wasser. Die Toiletten in Tschechien waren eine Katastrophe, in Hosenfeld waren sie nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Hier allerdings waren sie - lt. S's Aussage - einfach nur zugeschissen. Ich habe mir den Gang zum Klo also gleich erspart, soetwas brauche ich dann nun doch nicht.
Der Abend am Lagerfeuer war nett, die Gespräche durchaus interessant. Aber nach drei Flaschen Bier war ich müde (S. schlief bereits) und ich ging ins Bett. Am Sonntagmorgen ging dann alles ganz schnell. Ein paar Tassen Kaffee, eine Abschiedsrunde und dann nichts wie weg. Irgendwohin, wo es ruhig und leise war. Irgendwohin, wo ich nicht an Ballermann und Massentourismus erinnert werden würde. Gar nicht so einfach über das Pfingstwochenende.
Und tatsächlich, der Campingplatz am Doktorsee in Rinteln war bis auf wenige Plätze ausgebucht.

Und auch dieser Platz ist riesig. Auch die Toiletten und Waschräume sind nicht besonders gut gelungen. Einen großen Unterschied zu dem, was ich in den Stunden zuvor erlebt hatte, gab es aber doch: Es war hier, obwohl reichlich voll, ruhig. Und man hatte nicht das Gefühl, vom Schwung der Masse mitgerissen zu werden.
Am Abend liefen wir über den Platz, grillten und entspannten. Denn am Pfingstmontag ging es leider schon wieder zurück nach Celle.
Und um eine Frage noch zu beantworten: Nein, es waren keine 70 T@Bs zum Treffen gekommen. Wenn ich richtig gezählt hatte, waren es - mit meinem - 21 Stück. Dass ich trotzdem dabei war, freut mich. Die Anreise hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Denn man ganz ehrlich: Jede Erfahrung bereichert das Leben. Und mein Respekt gilt denen, die das Treffen 2009 für die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem schönen Wochenende gemacht hatten. Denn bei der Planung standen die Sterne nun wirklich alles andere als gut.
Matthias 02.06.2009, 14.26
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