Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Reisen

Weihnachten an der Ostsee

Nach anstrengenden Wochen und Monaten musste ich über Weihnachten einfach raus aus meiner Welt. Mir ein paar Tage den Wind um die Ohren blasen lassen, keine Menschen treffen, die ich kenne, einfach Ruhe haben. Also fuhr ich am Heilig Abend an die Ostsee. Der Shorty-Sporty war schnell gepackt und die Autobahn, ich fuhr die längere Strecke über Hamburg, war frei. Um 14.15 Uhr kam ich in Kühlungsborn an. Die Rezeption hatte zwar schon geschlossen, aber die Security wies mir einen netten Platz zu.

Wohnwagen abstellen, Strom anschließen, Heizung anwerfen. Und dann stauen, auf was für einem Campingplatz ich gelandet bin. Der "Campingpark Kühlungsborn" erinnert mich mehr an einen Luxusplatz in Italien als an einen typisch deutschen Platz. Eine super Organisation, alles ist gepflegt, die Sanitäranlagen sind... genial. Für die Jahreszeit war der Platz gut gefüllt.



Also wundern und dann mit Tigra ab an den Strand. Auf dem Campingplatz gibt es mehrere Zugänge, die zur Ostsee führen. Um an den Strand zu kommen, muss man mittels einer Karte eine Tür öffnen. Das funktioniert prima, die Tür fällt sogar wieder von allein ins Schloss. Ein paar Schritte geht man durch den Wald und schon hat man es geschafft. Der Strand ist sauber und wirkt, wie auch eben der Campingplatz, sehr gepflegt. Im Westen ist ein kleiner Hundestrand ausgewiesen. Jetzt im Winter interessiert das niemanden und die Hunde laufen überall herum. Durchaus beeindruckend fand ich, dass ich niemanden gesehen habe, der die Haufen seines Hundes nicht entsorgt hatte. Prima.



Nach Kühlungsborn sind es nur wenige Schritte, wenn man Richtung Osten läuft. Läuft man nach Westen, kommt gar nichts mehr. Strand, Meer, Wind, Einsamkeit. Ebenfalls sehr schön.

Am ersten Weihnachtstag hatte ich mich dann offiziell angemeldet. Als ich die Rezeption betrat, war ich mehr als überrascht. Anstatt einen schlechtgelaunten Mitarbeiter zu treffen, saßen drei freundliche Menschen hinter dem Tresen, die alle tatsächlich arbeiteten. Spannend fand ich, wie die Zufahrt zum Campingplatz geregelt ist. Keine Schlüssel, keine Karten, kein Personal, das einen Knopf drücken muss. Stattdessen wird das Kfz-Kennzeichen gelesen und, wenn es auf dem Platz registriert ist, öffnet sich die Schranke. Hightech, die das Leben leichter macht. Zumal man sich keine Sorgen machen muss, die Karte oder den Schlüssel im Wohnwagen vergessen zu haben und erst einmal Rennerei hat, bevor man wieder auf den Platz kommt.

Die Weihnachtsfeiertage habe ich damit verbracht zu schlafen. Ich war oft mit Tigra am Strand und ich habe mich tatsächlich über die kostenlosen Duschen gefreut. Klar, natürlich wird das Duschen auf den Grundpreis geschlagen. Aber nicht ständig eine Münze in einen Schlitz zu werfen ist praktisch. Und dann war ich noch in Heiligendamm. Langweilig. Aber auf der Fahrt hatte ich gesehen, dass Molli in dieser Gegend ihre Kreise dreht.

Am 27. Dezember bin ich nach Rostock gefahren, um mir endlich eine vernünftige Halterung für meinen Fernseher zu kaufen. Ich war dann auch noch bei Ikea. Etwas Kleinkram kann ja nie schaden. Z.B. eine Matte für den Waschraum, ein paar Topflappen und drei Kissen.

Am nächsten Tag war ich dann noch einmal in Rostock. Diesmal bei Toom, um mir einen Akkubohrer zu kaufen. Auf dem Rückweg hielt ich dann erst am Bahnhof Kühlungsborn Ost, danach am Bahnhof Kühlungsborn West an, um mich über die Baureihe 99 zu freuen.




Am Nachmittag habe ich den Fernseher über dem Bett sowie ein paar Haken für Handtücher, Topflappen usw. angeschraubt.

Samstag, um kurz nach 10.00 Uhr, ging es dann wieder nach Hause, nachdem ich für fünf Nächte "schlappe" 154,50 Euro bezahlt hatte. Es war höchste Eisenbahn, um abzureisen. Der Campingplatz wurde von Stunde zu Stunde voller und am Abend vor meiner Abreise wütete die schlechte Animation bereits am Restaurant des Platzes - Lagerfeuer, fiese und laute Schlagermusik und massenhaft Menschen, die laut waren.

Eher unabsichtlich fuhr ich über Schwerin. Bis Ludwigslust ist das kein Problem, leere, schöne Autobahnen. Danach dann aber über die Dörfer nach Celle. Das hält auf und verbraucht, obwohl die Strecke viel kürzer ist, mehr Diesel als die Fahrt über Hamburg.

Den Wohnwagen hatte ich am Nachmittag gar nicht erst abgehängt. Denn schon am nächsten Tag sollte es wieder losgehen.


Mein Fazit: Ein toller Campingplatz, ein toller Strand, eine tolle Stadt. Aber wehe, man erwischt die Hauptsaison. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es in Kühlungsborn im Sommer aussieht.

Matthias 05.01.2019, 08.25 | (0/0) Kommentare | PL

Pullman City - Eine Nacht mit Begleitung

Am Freitag, 14. September 2018, durfte Shorty-Sporty wieder auf Tour. Diesmal ging es für eine Nacht in den Ost-Harz - in die Pullman City in Hasselfelde. Die Fahrt war einfach und unkompliziert, wenig Verkehr, schönes Wetter und ein toller Blick von der B6 auf den Brocken. In Pullman City angekommen rauf auf den Campingplatz, ab zum Kassenhaus und ein Ticket für die Nacht gelöst. Es muss nur der Stellplatz bezahlt werden. Fünf Euro sind ein Schnäppchen. Dafür gibt es dann aber auch weder Strom noch eine Toilette. Egal. Wir, meine Kollegin und ich, hatten den Knaus direkt am Zaun zu den Longhorns gestellt. Und gleich dahinter waren die Büffel. Also hatten wir einen tollen Ausblick. 

Nachdem der Wohnwagen richtig stand und wir eine Runde mit den Hunden gedreht hatten, gingen wir in den Freizeitpark. Die Shows hatten wir, weil es schon spät am Nachmittag war, alle verpasst. Und so hatten wir die Stadt fast für uns allein. 

 

Nach dem ersten Rundgang durch die Stadt sind wir wieder zurück zum Wohnwagen gegangen, haben eine Tasse Kaffee getrunken und sind um ungefähr 20:00 Uhr in den Big Moose Saloon gegangen. "The Lennebrothers Band" spielten an diesem Abend Rock'n'Roll. Doch viel mehr als die Musik oder der Saloon hatten mich die Gäste überrascht. Nicht nur, dass recht viele Menschen dort waren, sondern besonders, dass die, die dort waren, fast alle ihre Westernklamotten an hatten. Cowboys, Indianer, Trapper, Sheriffs. Frauen in bombastischen Kleidern, Männer in schnieken Anzügen. Und ich Trottel hatte meinen Stetson im Wohnwagen vergessen. Egal. 

Viel Bier, leckere Burger, wilde Tänze. Und tatsächlich nette Menschen um uns herum. Ein toller Abend, an dem ich erst um 2:45 Uhr im Bett war. 

Doch die Dinette ist ein Problem. Meine Kollegin ist recht klein und hat mit dem 185 cm langen Bett keine Schwierigkeiten. Die Fläche, die sich mit einem Sitzkissen und dem Zusatzkissen bauen lässt, ist jedoch alles andere als eben. Für eine Nacht mag das gehen. Wer die zum Bett umgebaute Dinette jedoch für einen längeren Urlaub nutzen möchte, sollte sich dort etwas anderes einfallen lassen. 

Am Samstag Mittag ging es dann wieder zurück nach Celle. Und wieder tolles Wetter, leere Straßen und die Vorfreude auf einen unglaublich ruhigen Sonntag.

Diesmal durfte Shorty-Sporty 315 Kilometer laufen. 

Matthias 17.09.2018, 12.38 | (0/0) Kommentare | PL